2. Ausscheidungsregatta - Kieler Woche
27/06/2011
Mann, war das anstrengend! Drei Wochen Segeln, 21 Wettfahrten mit vielen Ups, ein Paar Downs und vielen emotionalen und körperlichen Anstrengungen. Und damit sind auch schon zwei Drittel der deutschen Olympiaausscheidung vorbei.
Zwischen dem Medal Race bei Skandia Sail for Gold Regatta und der ersten Wettfahrt bei der Kieler Woche lagen weniger als eine Woche. Nicht viel Zeit, um zu regenerieren. Mit nur neunzehn Booten am Start war die Kieler Woche ganz anders als die Regatta in Weymouth. Das Feld war deutlich kleiner und schwächer besetzt. Dadurch wurde es viel enger zwischen den deutschen Booten. Fehler wurden auf dem Wasser wurden nur selten mit hohen Punktzahlen bestraft, es war deutlich einfacher von hinten wieder an die Spitze zu fahren.
Und so war es bis zum Medal Race richtig eng zwischen den Top 3 Teams: jeweils zwei Punkte lagen zwischen den Ex-Weltmeisterinnen Erin und Isabel aus den USA, uns und unseren deutschen Konkurrentinnen Tina und Sanni. Das Medal Race fing nicht gut an für uns. Wir wollten kein Risiko eingehen und uns von allem Chaos fern halten. Also halsten wir 20 Sekunden vom Start weg, um auf dem anderen Bug zu starten. Die Griechinnen hatten die gleiche Idee, schafften es aber nicht am Startboot vorbei und wendeten in uns rein. Sie wurden für ihren Fehler zwar von der Jury bestraft, aber wir hatten dadurch schon wichtige Meter verloren und waren gezwungen auf die andere Seite vom Feld, weg von unseren Konkurrentinnen zu fahren. Der Kurs lag dicht an Land und es war sehr böig und drehend, so dass wir nach Ende der ersten Runde wieder ganz nah dran waren. Aber dann mussten wir uns ein paar Mal von anderen Teams frei wenden, verpassten dadurch einen Dreher an der Luvtonnen und verloren wichtige Meter. Wir fuhren als sechste durchs Ziel, Tina und Sanni als vierte und die Amis als zweite und sicherten sich damit den Gesamtsieg. Wir wurden insgesamt dritte bei der Kieler Woche, Tina und Sanni zweite.
Es waren drei lange und anstrengende Wochen, aber am Ende hat es sich gelohnt. Nach den ersten beiden Olympiaausscheidungen liegen wir zwei Punkte vor und dürfen damit zu der Olympischen Test Regatta im August. Die Pre-Olympics sind ein wichtiger Schritt in der Vorbereitung für Olympia. Es ist das einzige Mal, dass wir mit einem ähnlichen Format und einem ähnlichen Feld wie bei den Olympischen Spielen segeln können. Im Dezember findet dann bei der WM in Perth die Endausscheidung statt. Mit nur zwei Punkten Vorsprung wird es noch mal eng, aber in dem hochkarätigen WM-Feld zeigen sich schnell Stärken und Schwächen und wir freuen uns auf diesen letzten Teil der Olympiaausscheidung.
An dieser Stelle auch einmal ganz herzlichen Dank an alle, die uns während der letzten drei Wochen unterstützt haben. Da sind die DSV-Trainer Rigo und Tomek; Stahn für die Logistik; Fiona für die Massagen; unsere Familien, Clubs und Sponsoren für die emotionale, finanzielle und sonstige Unterstützung. Natürlich auch Geeske und Carsten, die uns in Kiel auf dem Wasser unterstützt haben, und ganz Besonders Ulli Schümann, die uns zu Land und Wasser professionell begleitet und geleitet hat. Danke Euch allen!
Liebe Grüße,
Eure Friederike und Kathrin
Foto: © Johannes Polgar