Sail Melbourne 2011

15/11/2011

 

Melbourne, Australien. Nur noch vier Wochen bis zum Start der WM in Perth, die letzte Stufe der Olympiaausscheidung. Langsam wird es ernst. Und so war die Weltcup Regatta Sail Melbourne eine willkommene Gelegenheit, an unserer Regatta-Form zu arbeiten. Wurde auch höchste Zeit, nach knapp zwei Wochen Training in Sydney und Melbourne, in denen wir hauptsächlich am Bootshandling gearbeitet haben.


Sail Melbourne war keine einfache Regatta. Die Windbedingungen waren zum Großteil sehr leicht und unstetig. Da nur sieben Frauenmannschaften gemeldet waren, starteten und segelten wir zwar gemeinsam mit den Männern, wurden aber im Ziel getrennt gewertet. Das war schon ein wenig seltsam, manchmal brachte ein eher schlechtes Rennen doch noch eine gute Platzierung, weil die anderen Frauen auch gerade mal schlecht mit dabei waren. Aber dann gab es auch Rennen, wo man eigentlich super gesegelt ist, insgesamt als vierte durchs Ziel fährt, dann aber feststellen muss, dass die anderen vor einem auch alles Frauen waren. Das Damenfeld war zwar klein, aber von durchaus hohem Niveau: 2008 Olympiasiegerin Elise Rechichi (AUS), Ex-Weltmeisterin und Weltranglistenzweite Erin Maxwell (USA), Pre-Olympics Gewinnerin Ai Kondo (JPN) machten uns und den Männern ordentlich Druck.


Letztes Jahr konnten wir diese Regatta noch gewinnen, und auch dieses Jahr hatten wir uns gute Chancen auf einen Podiumsplatz ausgemalt. Japan und Australien segelten bei den leichten Winden überlegen auf die Plätze eins und zwei. Wir kämpften mit den beiden amerikanischen Teams um die Bronzemedaille. Bis zum Medalrace sah es auch ganz gut aus. Wir lagen auf Platz vier, nur zwei Punkte hinter Amanda Clark und Sarah Lihan, sechs Punkte vor den anderen Amis Erin und Isabelle. Nach der Startkreuz gingen wir als dritte um die Luvtonne. Amanda und Sarah waren letzte, Erin und Isabelle direkt vor uns. Jetzt nur noch Position halten, das Podium lag in Greifweite. Und dann sind wir irgendwie nervös geworden. Zu schnell sind wir mit den Booten hinter uns mitgehalst, wollten das Feld nicht von uns wegfahren lassen. Aber mitten im Feld und ohne freien Wind fährt es sich nicht so gut. Kampf um die Innenposition an der Leetonne, wir müssen die Japanerinnen und Ukraine vorlassen. In der Zwischenzeit haben Amanda und Sarah einige Meter gut gemacht und sind gemütlich um die andere Gatetonne gefahren. Die nächste Kreuz war nochmal spannend. Viele Dreher, mal holten wir auf, mal verloren wir ein paar Meter. Im Ziel hat es dann leider nicht gereicht. USA holte im Medalrace die Plätze zwei und drei, wir wurden sechste und damit insgesamt fünfte.


Das ist zwar etwas enttäuschend, aber auch kein Beinbruch. Vielmehr war Sail Melbourne für uns eine Art Bestandaufnahme. So waren wir mit unserem Speed und Manövern insgesamt sehr zufrieden. Sowohl bei Leichtwind, als auch in den anderthalb Vielwind-Rennen waren wir fix mit dabei. Auch unsere Starts waren nach anfänglichen Schwierigkeiten ganz in Ordnung. Die Bedingungen waren sehr schwierig. Es ist beeindruckend wie Elise und Ai die Dreher geradezu gerochen haben und auch gegen die Männer immer ganz vorne mit dabei waren. Wir hingegen haben das eine oder andere Mal deutlich daneben gegriffen. Aber es war eine interessante und lehrreiche Regatta. Und den Fehler mit dem zu früh drunter halsen haben wir jetzt bestimmt auch zum letzten Mal gemacht.


Wir fühlen uns gut vorbereitet und freuen uns auf das, was vor uns liegt. Im Moment haben wir fünf Tage Zwangspause, während das Boot im Container nach Perth ist. Ab Freitag geht es dann auf WM-Gewässern weiter. Es stehen noch etwas Training und die australische Meisterschaft auf dem Programm, und dann kommt endlich der Jahreshöhepunkt, die WM!


Viele liebe Grüße und bis bald,

Eure Friederike und Kathrin


PS: Das Foto oben stammt übrigens aus dem “Lifestyle Highlights” Video von Sail Melbourne. http://sailmelbourne.com.au/media-gallery/lifestyle-highlights-from-the-2011-isaf-sailing-world-cup


 
 
 

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